Die ausführlichste und aktuellste Übersicht über Fragen zur Windkraft im Allgemeinen und speziell in Eltville erhalten Sie unter windkraft-eltville.de
Hier eine Auswahl:
Warum Windenergie?
Ja: Der beschleunigte Ausbau der Windenergie bringt einen hohen Bedarf an Arbeitskräften mit sich, vor allem in der Produktion und Wartung, aber auch in der Forschung, im juristischen und biologischen Bereich. Damit entsteht lokale Wertschöpfung. Das Motto sollte sein: Arbeitsplätze in Deutschland statt Geld für Energieimporte.
3 bis 7 Monate beträgt ungefähr die energetische Amortisationszeit moderner WEA (auch Energie-Rücklaufzeit). Danach liefert jede Betriebsstunde „netto“ sauberen Strom – im Prinzip 20 bis 30 Jahre lang. Eine WEA kann während ihrer gesamten Lebenszeit daher je nach Bauweise 40- bis 70mal mehr erneuerbare Energie bereitstellen, als für ihre Herstellung, Nutzung und Entsorgung aufgewandt
wurde.
Diese energetische Amortisation ist für konventionelle Kraftwerke unerreichbar, denn sie benötigen immer mehr Energie in Form von heranzuschaffenden Brennstoffen, als sie schließlich an Nutzenergie erzeugen.
https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/windenergie-an-land#strom
www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/5750/publikationen/2021-05-06_cc_35-2021_oekobilanzen_windenergie_photovoltaik.pdf
Im Vergleich zu WEA von vor 20 Jahren sind heutige Anlagen deutlich produktiver. Durch stetige Verbesserungen wird immer mehr Strom auf immer weniger Platz produziert. Die WEA sind höher, die Rotordurchmesser gewachsen. Die neueren „Windmühlen“ drehen langsamer, was auch positiv fürs Landschaftsbild ist. Die höhere Effizienz kann den Strompreis günstig beeinflussen.
Nein: Denn von den erneuerbaren Energien ist gerade die Windenergie diejenige mit dem geringsten Flächenverbrauch.
Ein Beispiel: Nehmen wir den Jahresstromverbrauch einer vierköpfigen Familie von 4.000 kWh. Würde er mit Biogas aus Energiepflanzen erzeugt, würden das eine Ackerfläche von 2.759 qm beanspruchen. Für dieselbe Strommenge aus Solarstrom (Photovoltaik) bräuchte die Familie eine 20 qm große PV-Anlagenfläche. Windenergie erfordert aber umgerechnet nur 0,2 qm der Landschaft für diese 4.000 kWh!
Für eine einzelne WEA werden meist 0,4 bis 0,6 Hektar dauerhaft in Anspruch genommen, zusätzlich benötigt man für die Bauphase vorübergehend 0,2 bis 0,4 Hektar, die man im Anschluss renaturiert. Als Ausgleich für die dauerhaft freizuhaltende Fläche wird zum Ausgleich andernorts aufgeforstet
oder Wirtschaftswald in Ruhe gelassen, um Naturwald zuzulassen.
Quelle u. a.: www.energieland-hessen.de
Hessen ist zusammen mit Rheinland Pfalz das waldreichste Bundesland (jeweils 42 % (Hessen: 895.000 ha) der Fläche sind bewaldet). Stand Ende 2021 standen 472 WEA im Wald. Die durchschnittliche dauerhafte Rodungsfläche beträgt 0,53 ha, dazu kommen 0,36 ha vorübergehende Rodungsfläche, die jedoch nach dem Bau der Anlagen sofort wieder aufgeforstet werden. Die ergibt eine Gesamt-Rodungsfläche von ca. 250 ha und entspricht einem Flächenanteil von 0,03 % der
gesamten Waldfläche in Hessen.
www.fachagentur-windenergie.de/fileadmin/files/Windenergie_im_Wald/FA-Wind_Analyse_Wind_im_Wald_7Auflage_2022.pdf
Das stimmt im Prinzip: Denn grundlastfähig und besser steuerbar für den jeweiligen Strombedarf sind konventionelle Wärmekraftwerke (Kohle-, Gaskraftwerke) sowie Kernkraft- und Wasserkraftwerke.
Aber: PV-Anlagen und WEA sind für die Energiewende wichtig, obwohl sie momentan allein nicht grundlastfähig sind und Ergänzung brauchen. Dass es noch nicht so viele Speicher gibt, ist aber kein Grund, länger mit dem massiven Windenergieausbau zu warten – der Umbau muss nicht plötzlich
erfolgen! Und da Hessen sogar mehr als die Hälfte seines Stroms importiert, sind hier Speicher momentan eher kein Thema.
Der Vorteil von WEA: Mit zunehmendem Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung nimmt der Bedarf an klassischen Grundlastkraftwerken, die durchgehend Strom produzieren, stark ab. Es geht künftig nicht mehr darum, eine fixe Grundlast abzudecken, sondern Sonne und Wind flexibel und
zuverlässig zu ergänzen, um den Strombedarf zu decken.
Natürlich besitzt Offshore-Windkraft (vor allem auf hoher See) von allen erneuerbaren Energien das größte Erzeugungspotenzial und benötigt wenige Reservekapazitäten. Eine WEA vor der Küste ist mit rund 4.500 Volllaststunden im Jahr fast doppelt so ertragreich wie eine an Land. Das macht Off-shore-Windenergie nahezu grundlastfähig und damit zu einem wichtigen Baustein für die deutsche Netzstabilität und Versorgungssicherheit.
Quelle: https://orsted.de/gruene-energie/energie-lexikon/grundlastfaehigkeit
Ja, wenn es sich um erneuerbaren, regenerativen, sauberen Strom handelt! Hintergrund: Um unsere ganze Energieversorgung schneller auf regenerative Energien umzustellen, muss auch die Wärmeversorgung mit fossilen Energieträgern (Öl, Gas und so weiter) durch elektrische Energie ersetzt werden.
Ja: Anders als bei fossilen Ressourcen wie Kohle, Öl und Gas werden bei der Stromgewinnung durch Wind keine begrenzt vorhandenen Ressourcen verbraucht und nicht über lange Strecken zum Einsatzort befördert. Wind ist an den richtigen Standorten fast immer verfügbar und steht kostenlos zur Verfügung. Der Windradbau selbst verbraucht zwar Energie und Material, doch ist dieser Einsatz wesentlich nachhaltiger als bei anderen Energiequellen.
Zur Ausbau-Beschleunigung ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2023) der Grundsatz verankert, dass die Nutzung aller erneuerbaren Energien im überragenden öffentlichen Interesse liegt und der öffentlichen Sicherheit dient. Bis die Treibhausgasneutralität im Bundesgebiet nahezu erreicht ist, gelten die erneuerbaren Energien als vorrangiger Belang in der Schutzgüterabwägung.
Quellen: www.gesetze-im-internet.de, EEG 2023, § 2; www.bmwk.de
Eine WEA verursacht im Betrieb keine schädlichen Emissionen wie Smog oder Treibhausgase. Das heißt, Windenergie belastet die Luft nicht wie etwa Kraftwerke, die auf die Verbrennung die fossilen Brennstoffe Kohle, Erdöl oder Erdgas angewiesen sind und dabei Feinstaub, Stickoxide und Schwefel-dioxid ausstoßen.
Es stimmt, dass es deutschlandweit bislang noch zu wenige Energiespeicher gibt, doch man forscht intensiv daran, international, und viele Firmen sind bereits aktiv. Kein Grund also, den Windenergieausbau zu drosseln!
Aber Hessen muss 56 Prozent seines Stroms importieren! Bei uns herrscht ein Strommangel vor Ort, so kann hier in Hessen von Überschussstrom oder zu wenigen Speichern momentan nicht die Rede sein!
Und in Zukunft? Bis zum Jahr 2035 wird einerseits der Stromverbrauch um geschätzte 35 Prozent steigen. Andererseits muss wegen der gesetzlichen Klimaziele die erneuerbare Energie um 240 Prozent zulegen. Kurz: Ohne enormen WEA-Zubau geht es nicht.
Hier ein Überblick über die bisher bekannten Speichermöglichkeiten:
- Pumpspeicherwerke (PSW): Eingesetzt seit den 1920er-Jahren. Das sind jeweils zwei Seen, die nah beieinander, aber auf verschieden Höhen liegen. Bei Stromüberkapazität pumpt man Wasser vom unteren in den oberen See, bei Strommangel rauscht es durch Rohre wieder nach unten: über Generatoren, die dann sehr schnell viel Strom erzeugen können. Es gibt aber nur so wenige PSW in Deutschland, dass sie das Stromnetz nur über ein paar Stunden
stabilisieren können. - Power-to-Gas: Gemeint ist damit die Umwandlung elektrischer Energie in Wasserstoff und bei Bedarf weiter zu Methan. Diese Gase können im vorhandenen deutschen Gasnetz und in unterirdischen Kavernenspeichern gepuffert werden. Man könnte die Gase sogar in Gas- und Dampf-Kraftwerken (GuD-Kraftwerken) rückverstromen, doch momentan ist der
Wasserstoffbedarf so enorm, dass eher diese Variante Vorrang hat. Die Speicherkapazität in den Kavernen beträgt bis zu mehrere Terawattstunden (1 TWh = 1 Milliarde kWh). - Power-to-Liquid: Die Umwandlung elektrischer Energie in synthetische Kraftstoffe, die im Verkehrssektor (Auto, Schiff, Flugzeug) eingesetzt werden können.
- Power-to-Heat: Die Umwandlung elektrischer Energie in Wärme, beispielsweise in heißes Wasser in Fernwärmenetzen oder Industriebetrieben mit hohem Bedarf an Prozesswärme. Auch möglich, aber weniger verbreitet: in Salz oder Paraffin.
- Lithium-Ionen-Batterien, Redox-Flow-Batterien, Natrium-Schwefel-Batterien: Diese Kurzzeitspeicher nutzt man auch heute schon, um Schwankungen im deutschen Stromnetz auszugleichen (netzdienliche Speicher). In den USA und Australien verwendet man elektrische Batterien schon heute in erstaunlichen Dimensionen und gigantischen Kapazitäten. Deutschland ist bisher noch zurückhaltend.
- Weitere Ansätze: Adiabate Druckluftspeicher, Kranspeicher und Schwungmassenspeicher.
Zehn GRÜNDE für den zweitweisen Stillstand der Windräder
- Probebetrieb: Bei neu gebauter WEA zum Testen/Optimieren. Der Probebetrieb, auch mit kurzzeitigem Abschalten, kann sich über mehrere Wochen erstrecken.
- Zu wenig Wind: Eine WEA braucht zum Anlaufen i.d.R. eine Windgeschwindigkeit von 10 km/h (3 m/s)
- Zu viel Wind: Abschaltung aus Sicherheitsgründen bei Windgeschwindigkeit von in der Regel 90 km/h (Windstärke 9, schwerer Sturm).
- Zu viel Strom überlastet das Netz: Erneuerbare Energien speist man zwar vorrangig ins Netz ein. Dennoch sorgt ein Einspeisemanagement für Netzstabilität. Bei überlasteten Stromleitungen schaltet die Bundesnetzagentur WEA zeitweise ab. (Meist nur im Norden: viel Ökostrom, aber Netzausbau-Defizite).
- Arbeiten an der WEA: Das Abschalten ist für regelmäßige Wartungen, auch Überprüfungen und Reparaturen nötig.
- Schattenabschaltung: Der Schatten eines sich drehenden Rotorblattes darf pro Tag nur 30 Minuten und insgesamt nur 8 Stunden im Jahr besiedelte Flächen treffen. (Siehe „Schattenwurf“.)
- Schallabschaltung: Nachts werden WEA gedrosselt oder abgeschaltet wenn sie sonst die strengen Nachtrichtwerte überschreiten würden.
- Eisansatz: Bei Kälte mit hoher Luftfeuchtigkeit bildet sich eine Eisschicht am Rotor, was Sensoren feststellen. Damit kein Eis herabschleudert, stellt sich die WEA ab und informiert automatisch den Service. Das WEA läuft erst nach dem Abtauen und einer Freigabe weiter.
- Fledermausschutz: Fledermäuse sind auf zwei Arten gefährdet – durch die direkte Kollision mit dem Rotor und durch einen Unterdruck in Rotorblattnähe, was bei den Fledermäusen ein tödliches Barotrauma erzeugt. Es fliegt aber vor allem nur eine Art so hoch. Intelligente Algorithmen (Flugzeiten der verschiedenen Arten) schalten die WEA zu bestimmten Zeiten
vorsorglich ab. - Vogelschutz: Schaltet eine WEA zum Schutz von Vögeln ab, kann es sich bei dieser Maßnahme um das Brutgeschehen, den Vogelzug oder, im Offenland, um sogenannte „Mahd-Abschaltungen“ handeln.
Quelle: Podcast „Windkanal“, 9. Folge
Windkraftanlagen sichern zum einen der Kommune dauerhafte Einnahmen.
Davon sind die ersten drei Einnahmearten recht sicher:
- Wenn eine Windkraftanlage auf dem Grundstück einer Gemeinde errichtet wird, erhält diese Pachteinnahmen
- und nach einigen Jahren des Betriebs zunehmend steigende Gewerbesteuern.
- Steuerfreie Zuwendungen nach § 6 EEG (0,2 Cent pro eingespeister kWh) erhalten die Kommunen, die Flächenanteile im 2,5-km-Radius um jedes Windrad besitzen. Die Zuwendung wird anteilig an sie gezahlt. Das bekommen sie, solange die Anlage Strom produziert.
- Es ist natürlich auch eine Beteiligung an der Betreibergesellschaft möglich, um am Gewinn durch den Stromverkauf teilzuhaben.
Die Kommune kann die Mehreinnahmen aus der Ökostromerzeugung vor Ort in Infrastruktur investieren, die Grundsteuer niedrig halten oder auf andere Weise vielfältig im Gemeindehaushalt einsetzen. - Zudem können sich auch Bürgerinnen und Bürger indirekt oder direkt an den Windkraftanlagen beteiligen, um so am Erfolg teilzuhaben, um an der Energiewende mitzuwirken. Es gibt diverse Varianten:
- wie etwa die Schwarmfinanzierungen (Crowdfunding),
- die Mitgliedschaft in einer Energiegenossenschaft oder
- die Beteiligung an einer GmbH & Co. KG; hier:
RheingauWind Bürgergesellschaft mbH & Co. KG
Nicht zu vergessen: In Windradnähe wird oft preisgünstigerer Strom angeboten.
Nein, obwohl das eine Historikerin immer wieder behauptet. Meteorologen fanden dazu keine Beweise. In näherer Umgebung, eher bodennah, gibt es diesen Bremseffekt zwar, aber global und in der Höhe des Wettergeschehens wirken sich WEA nicht aus. Genauso könnte man argumentieren, Windräder nähmen Energie aus der Luftströmung (was zwar stimmt) und kühlten die Luft dadurch
großräumig und in der Höhe ab (was nicht stimmt). Man beobachtet zwar immer wieder mal schwächere Windjahre, aber neben natürlichen Schwankungen gilt der Klimawandel als Hauptverursacher für gemessene verringerte Windgeschwindigkeiten.
Übrigens haben Windräder einen positiven Effekt auf das Klima, weil sie keine Treibhausgase wie CO2 abgeben. Im Gegensatz zu Kohlekraftwerken heizen Windräder die Atmosphäre nicht auf.
Quellen: www.mimikama.org; www.dpa-faktenchecking.com
Fragen & Mythen
Nur zeitweise: Diese „Nachtbefeuerung“ dient der Flugsicherheit: außerhalb von Städten und dicht besiedelten Gebieten. Die Kennzeichnungspflicht gilt für WEA im Außenbereich ab einer Höhe der WEA von 100. Um die Störung der Bevölkerung zu verringern, darf zukünftig nur noch eine bedarfsgerechte Befeuerung stattfinden: Die Lichter blinken nur noch, wenn ein Flugzeug Kurs auf die WEA nimmt – sofern die Luftfahrtbehörde wegen standortspezifischer Gefahren kein Dauerlicht
bei Nacht vorschreibt.
Quelle: Fachagentur Windenergie
Die Brandgefahr ist sehr gering: Denn die Hersteller der WEA müssen zu jedem Anlagentyp ein Brandschutzkonzept vorlegen.
Was zum Beispiel dazu gehört:
- Die „Brandlast“ wird reduziert: etwa durch weniger Kabel, Öle, Schmierstoffe und andere brandgefährliche Materialien.
- Eine ständige Überwachung erfolgt durch zahlreiche Rauchmelder und Temperaturfühler.
- Bei Störungen wird die WEA automatisch abgeschaltet und der Service informiert (Fernwartung).
- Blitzschlag-Schäden lassen sich weitestgehend vermeiden. was bedeutet das?
Und wenn es doch einmal brennen sollte?
- Die Rund-um-die-Uhr-Fernüberwachung des Anlagenbetreibers registriert Überhitzungen und Brände, versetzt die WEA in einen sicheren Zustand und benachrichtigt bei Bedarf die örtliche Feuerwehrleitstelle, die auch die Waldbrandgefahr im Blick hat.
- Man löscht WEA-Brände nur im Turmfuß und Trafogebäude.
- Brennt es weiter oben, lässt man den WEA-Turm, die Gondel und den Rotor wegen der Höhe kontrolliert abbrennen. Dabei sichert die Feuerwehr die Brandstelle durch einen Schutzabstand von mind. 500 Metern ab. Eine Gefährdung der Bevölkerung ist praktisch ausgeschlossen.
Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Nein: Die meisten Tiere lernen schnell, dass von Windrädern keine Gefahr ausgeht. Sie halten je nach Art Abstand und ignorieren die WEA. Eine dreijährige Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover zeigte, dass keine negative Auswirkung auf Vorkommen und Verhalten von Bodenwild festzustellen war (z. B. auf Rehwild, Rotfüchse, Feldhasen und Rebhühner). Auch die meisten Jäger sehen in den
WEA keine gravierende Störquelle für jagdbares Niederwild, es gibt viele Hochsitze in Windparks. (Siehe auch „Vögel“ und „Fledermäuse“)
Quelle: www.energiewende.deu/windkraft-bodenwild
Disko-Effekt: Umgangssprachlicher Ausdruck für Lichtreflexe, die früher von sich drehenden Rotoren mit reflektierender, glänzender Oberfläche bei Sonnenschein auftraten. Dieser Effekt wird heute durch matte, graue Beschichtungen vermieden.
Bei Nebel und Temperaturen unter Null kann sich Eis an den Rotorblättern bilden. Dies wird über Detektoren erfasst, es werden etwa Unwuchten und turbulente Strömungen erkannt. Die WEA schaltet sich dann ab – schon allein, um die Anlage zu schützen und um keine Eisbrocken in die Landschaft zu schleudern. Bei Plusgraden taut das Eis oder fällt herab. Erst wenn der Mühlenwart vor
Ort sein Okay gibt, darf die Anlage wieder anlaufen. Waldbesucher sollen bei winterlichen Wetterverhältnissen die Windradnähe meiden, worauf auch Schilder hinweisen.
Ja, das könnte passieren, aber hier sorgen Windradbetreiber vor:
Zum einen jagen nur bestimmte Fledermausarten so hoch, dass sie gegen die Rotoren prallen oder durch schnelle Druckwechsel in Rotornähe getötet werden (Barotrauma). Stellt sich in der Planungsphase für eine WEA heraus, dass hier hoch jagende Arten vorkommen, nutzt man Algorithmen, um die WEA zu bestimmten Zeiten vorsichtshalber abzuschalten. Das kommt aber nicht so oft vor, denn Fledermäuse jagen hoch fliegende Insekten nur unter diesen vier Bedingungen: bei wenig Wind (unter 6 m/s), bei über 10 °C (Temperatur), etwa zwischen Juli und
Oktober (Jahreszeit) und in der Abenddämmerung (Tageszeit).
Quelle: Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende
Nein: Es gibt zahlreiche Studien, die keinen Einfluss der Windräder auf Immobilien in der Nähe nachweisen konnten.
Quelle: www.energiewende.eu/windkraft-wertverlust-von-wohneigentum
Nein: Von Windrädern geht zwar Infraschall aus, so wie auch von anderen
natürlichen und menschengemachten Quellen (Meeresbrandung, Waldrand bei Sturm, Gewitter, Hubschrauber, geöffnete PKW-Fenster bei der Fahrt, ICE-Vorbeifahrt etc.). Der Schalldruckpegel bei Windrädern ist jedoch so gering, dass er schon im Abstand von 300 Metern nicht mehr wahrgenommen wird. Die Abstände der WEA zu Siedlungsgebieten betragen ohnehin 1.000 Meter, zu Einzelgehöften 600 Meter. Gesundheitsschäden durch Infraschall von WEA konnten bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Bei sensiblen Menschen, die sich dennoch beeinträchtigt fühlen, vermutet man den Nocebo-Effekt (eine negative Erwartungshaltung).
Quellen: z.B. https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/erneuerbare-energien/infraschall,
https://www.lfu.bayern.de/buerger/doc/uw_117_windkraftanlagen_infraschall_gesundheit.pdf
u.v.m.
Das ist wirklich Einstellungssache: Die einen stören sich an dem Anblick, die anderen sehen den Sinn ein, verbinden den Anblick mit Fortschritt im Klimaschutz und mit hohem Umweltbewusstsein in dieser Region. Neue, hohe Windräder drehen sich trotz hoher Effizienz langsamer als alte, kleinere Anlagen, was im Vergleich eher ein beruhigender Anblick ist.
Immerhin: 98 Prozent der Flächen bleiben frei. Sie werden von der Windenergienutzung ausgeschlossen. Lediglich zwei Prozent sind im Zuge der dringend umzusetzenden Energiewende als Windvorrangflächen ausgewiesen. Wissenschaftliche Studien beweisen, dass Windenergie weder dem Tourismus schadet noch die Immobilienpreise negativ beeinflusst.
Ja: Anders als bei fossilen Ressourcen wie Kohle, Öl und Gas werden bei der Stromgewinnung durch Wind keine begrenzt vorhandenen Ressourcen verbraucht und nicht über lange Strecken zum Einsatzort befördert. Wind ist an den richtigen Standorten fast immer verfügbar und steht kostenlos zur Verfügung. Der Windradbau selbst verbraucht zwar Energie und Material, doch ist dieser Einsatz wesentlich nachhaltiger als bei anderen Energiequellen.
Windenergie eignet sich auch für rohstoffärmere Länder wie Deutschland und stärkt unseren Wirtschaftsstandort. Gäbe es keinen Strom aus erneuerbaren Energien, müssten wir entweder sehr viel Strom importieren oder mehr fossile Brennstoffe einsetzen, um den Strom in Kraftwerken zu
erzeugen. WEA verschaffen Deutschland einen beachtlichen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber anderen Nationen.
Übrigens: China ist das Land, das mit Abstand die höchste installierte Leistung von WEA aufweist (Stand 2022, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/37035/umfrage/windenergie-weltweit-im-jahr-2008/ ).
Bei der Bruttowindstromerzeugung pro Kopf liegt Deutschland nur auf Platz 6, nach Dänemark, Schweden. Norwegen, Irland und Finnland.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Windenergie/Tabellen_und_Grafiken#L%C3%A4nder_nach_Erzeugung_pro_Kopf
- Windradschatten kann im Süden solcher Anlagen gar nicht auftreten.
- Schatten reicht höchstens 1.400 m weit nach Osten oder Westen und nur morgens oder abends bei tief stehender Sonne.
- Gut geregelt: Schatten von sich drehenden Rotoren darf höchstens 8 Stunden pro Jahr und 30 Minuten pro Tag auf Gebäude treffen. Bei Überschreitung stoppt das Windrad, bis die Sonne weitergewandert ist.
Nein: Touristen sind weniger empfindlich gegenüber WEA als „Alteingesessene“, da sie seltener den Vorher-Nachher-Vergleich haben. In Umfragen und statistischen Untersuchungen lässt sich übrigens kein Einfluss von WEA auf Buchungszahlen nachweisen. Es ist unklar, ob Touristen ihre (sehr seltene) Drohung, wegen der Windräder nicht wiederzukommen, wahrmachen. Windräder werden sogar eher
als Fortschritt und Umweltschutz gewertet und nicht als Störung, weil sich die Einstellung gegenüber erneuerbaren Energien in der Bevölkerung insgesamt positiv entwickelt.
Ja: Es sterben durchaus etwa 100.000 Vögel im Jahr an WEA, also umgerechnet im Schnitt 3 bis 4 Vögel pro Jahr an jedem der fast 30.000 WEA. Die Gesamtzahl klingt hoch, ist aber im Vergleich zu anderen Todesursachen recht gering. Denn laut der Naturschutzorganisation NABU verunglücken jährlich viel mehr Vögel durch andere Ursachen, hier geschätzte Maximalwerte für alle Vogelarten:
- Glasscheiben: 115,0 Mio.
- Hauskatzen: 100,0 Mio.
- Autos und Züge: 70,0 Mio.
- Stromleitungen 2,8 Mio.
- Jäger 1,2 Mio.
- Windräder 0,1 Mio.
Der Rotmilan, ein häufiger Greifvogel in Deutschland:
Oft nutzt man seine Gefährdung als Argument gegen den WEA-Bau. Der Gefahr widerspricht Forscher Rainer Raab:
In der Regel können sich Rotmilane 1.000 Std. im Windpark bewegen, ohne gegen Rotoren zu fliegen. Sterbefälle durch Windräder seien extrem selten. In einer europaweiten Langzeitstudie in vielen Ländern (EuroKite) hat man zurzeit ca. 2500 Rotmilane mit GPS-Trackern besendert So kann man verstorbene Vögel sofort finden und deren Todesursache feststellen: Die Ergebnisse von rund 700 toten Rotmilanen aus 12 Ländern (Stand 2022):
- Fressfeinde
- Vergiftung, z.B. nach dem Verzehr vergifteter Ratten oder Mäuse, aber auch gezielte Vergiftung,
- Straßenverkehr.
- Stromleitungen
- Abschuss
- Schienenverkehr
- Windkraft
Im Oktober 2023 wird eine weitere Zwischenauswertung dieser Studie durchgeführt, sobald diese veröffentlich ist werden diese Daten hier aktualisiert.
Bei der Auswahl der Windvorrangflächen, im Genehmigungsverfahren, beim Bau und Betrieb wird viel getan, um Vogelunglücke zu vermeiden. Eine Reihe gesetzlich geregelter Ausgleichs- und Schutzmaßnahmen soll bei Bau und Betrieb der WEA für ein verträgliches Nebeneinander von nachhaltiger Energiegewinnung und Naturschutz sorgen. Es gibt sogar Detektoren an Windrädern, die herannahende Rotmilane erkennen und das Windrad abschalten. Auch Vereinbarungen mit
Landwirten sorgen dafür, dass nach der Feldernte in der Nähe von WEA diese Anlagen für einige Tage ruhen, weil dann besonders viele Vögel hier zur Mäusejagd einfliegen.
Quellen: Homepage BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein; NABU in „Mensch Erde“, E. v. Hirschhausen; www.life-eurokite.eu; www.tagesschau.de
Alles zum Bau
Nein: Heute müssen beim Rückbau eines WEA die Fundamente rückstandsfrei entfernt werden. Die tellerförmigen Schwerkraftfundamente enthalten heute schon beim Bau die benötigen Sprenglöcher. Der Stahl aus dem Stahlbeton wird recycelt, der Beton wird im Straßenbau wiederverwendet.
Die meisten Fundamente für WEA an Land sind übrigens Flachgründungen. Sie bestehen aus Beton und Stahl. Der Durchmesser einer neuen WEA beträgt ca. 23-25 m, das Fundament hat eine Tiefe von ca. 3 m.
Quelle: Bundesverband Windenergie u. a.
Der Ausbau der Windenergie sorgt für mehr Generationengerechtigkeit. Das
Bundesverfassungsgericht urteilte 2021, dass der Staat künftige Generationen vor dem Klimawandel schützen muss und Lasten nicht unnötig auf sie abwälzen darf. Dieser Schutz ist bisher nicht ausreichend gegeben. Das Zwei-Prozent-Ziel zum verstärkten Ausbau der Windenergie ist eine Reaktion, um für mehr Generationengerechtigkeit zu sorgen.
Quelle: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2021/bvg21-031.html
Je größer eine WEA ist, umso mehr Windstrom lässt sich ernten. Beispiele:
- Eine Verdoppelung des Rotordurchmessers liefert 4-mal so viel Energie.
- Eine Verdoppelung der Turmhöhe bringt 1,5-mal mehr Stromertrag.
- Eine Verdoppelung der Windgeschwindigkeit (Nord-/Süddeutschland, Herbst statt Sommer etc.) bringt sogar eine 8-fache Ausbeute.
Nein: Der Rückbau ist über Bankbürgschaften ggü. den Genehmigungsbehörden der Investoren abgesichert, die für jedes neue Windrad vorgelegt werden müssen. Zum Rückbau inklusive Entsorgung der WEA sind die Windradbetreiber verpflichtet, was bei konventionellen oder Atom-Kraftwerken in der Regel nicht der Fall ist. Alte WEA werden abgebaut und recycelt. Sie müssen aber NICHT zwingend nach 20 Jahren rückgebaut werden, also mit Ablauf der Förderung durch das EEG. Man kann sie durchaus weiterbetreiben.
Das Fundament wird aus dem Boden geholt, dazu werden beim Bau oft Sprenglöcher eingearbeitet. (Siehe auch „Fundamente“.) Alter Beton, auch Turm und Gondel sind am problemlosesten zu recyceln.
Die Rotorblätter, die stabil und elastisch zugleich sein müssen, bestehen zu mehr als 98 Prozent aus glasfaserverstärkten Kunststoffen (GfK). Sie werden aber nicht mehr als Sondermüll entsorgt, sondern geschreddert und entweder thermisch als Brennstoff in der Zementindustrie verwertet oder stofflich genutzt. Dabei kann das SiO 2 als Sand in den Zement wandern.
Der Bericht, dass Rotorblätter „vergraben“ werden, stammt aus Wyoming (USA). In Deutschland ist
das Deponieren von glasfaserverstärktem Kunststoff nicht mehr erlaubt. Man forscht aber auch an weiteren, kostengünstigeren Recyclingverfahren, etwa zur Festigung von Baustoffen, als Brennstoff
oder zum Heizen von Recyclinganlagen und so weiter. Die Epoxidharze sollen zum Beispiel ebenfalls
chemisch recycelt werden.
Quellen: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz; www.bmwk.de; EFAHRER.com/News
Nein, das dort eingesetzte SF6 trägt nicht zum Klimawandel bei.
SF6 ist ein Gas, das hervorragende Isoliereigenschaften besitzt und zur Isolation von Leitungen und der Verhinderung von Lichtbögen in Mittel- und Hochspannungschaltanlagen eingesetzt wird. In Schaltanlagen von Windenergieanlagen ebenso wie in Industrieanlagen, Trafos von Ortsnetzen,
Fernsehstationen usw.
SF6 ist leider 24.000-mal klimaschädlicher als CO2, ansonsten völlig ungiftig: Man nutzt es etwa in manchen Schallschutzfenstern, bei der Halbleiterproduktion, sogar in der Medizin im menschlichen Körper.
Laut Statistik gelangen in Deutschland nur geringe Mengen von SF 6 in die Atmosphäre. Denn: Das Gas wird innerhalb der Schaltanlagen von beispielsweise Windkraftanlagen in einem geschlossenen System verwendet und vorerst nicht freigesetzt. Erst, wenn die Windräder Lecks haben entweicht der Klimakiller SF 6 in die Luft.
Übrigens: Eine WEA gleicht die durch SF 6 verursachte Klimawirkung in 1 bis 2 Tagen wieder aus, da es ja die fossilen CO2-Emissionen verdrängt.
Quellen: www.utopia.de; www.energiewende.eu
Bei uns in Hessen gilt ein Mindestabstand von 1.000 m zu Ortschaften und 600 m zu Einzelgehöften und Weilern. Ab diesem Abstand liegen sowohl hörbarer Schall als auch der unhörbare Infraschall unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte.
Schattenwurf darf nicht länger als 8 Stunden pro Jahr und 30 Minuten pro Tag an einem Ort auftreten; ansonsten schaltet sich die WEA selbst ab.
In erster Linie kann die Windenergiebranche auf jahrelange Erfahrungen zurückgreifen. Vor allem gibt es aber umfangreiche Vorgaben der Behörden, die während der Planungs-, Bau- und Betriebsphase folgende Bereiche im Blick haben, auch die Genehmigungen erteilen und Verstöße ahnden:
- Immissionsschutz
- Naturschutz
- Gewässerschutz
- Baurecht
Wenn die WEA in Betrieb ist, schauen nicht nur die Behörden weiter hin, sondern es gibt eine Rundum-die-Uhr-Fernüberwachung durch den Betreiber, ebenso regelmäßige Wartungen, Reparaturen und so weiter.
Quelle: LEA Hessen, Broschüre „Überwachung von Windenergieanlagen in Hessen
Windvorranggebiete
Der Deutsche Bundestag hat in 2022 u.a. das Gesetz zur Festlegung von Flächenbedarfen für Windenergieanlagen an Land (Windenergieflächenbedarfsgesetz – WindBG) beschlossen. Darin ist der Flächenbeitragswert, der bis zum 31. Dezember 2032 zu erreichen ist, für Hessen mit 2,2 % angegeben. Derzeit beträgt der Flächenbetragswert der hessischen Teilregionalpläne Energie (TRPE) in Summe bereits 1,9 %.
Das erfordert neue Windenergieanlagen in Hessen mit einer Leistung von insgesamt rund 70 Gigawatt. Aktuell (2/2023) drehten sich ca. 1.115 WEA in Hessen und erzeugen mehr sauberen Strom als Solaranlagen.
In Regionalplänen werden daher (nach vorher definierten Kriterien) Windvorranggebiete festgelegt. Dort haben Windräder zwar Vorrang, müssen aber trotzdem den normalen Genehmigungs-prozess durchlaufen. Gleichzeitig gilt: Auf der restlichen Landesfläche dürfen keine Windräder mehr aufgestellt werden. Dort bereits stehende WEA genießen Bestandsschutz, können aber nicht durch neue ersetzt (repowert) werden.
In ganz Hessen gibt es über 400 Windvorranggebiete, jedes mit eigenem Flächensteckbrief. Die Kommunen, aber auch Privatpersonen können/konnten sich beim Erstellen des Regionalplans einbringen und auf mögliche Probleme bei den einzelnen Vorranggebieten hinweisen.
Beim Festlegen der Vorranggebiete galten besonders folgende Kriterien:
- Ausschluss von Wasserschutzgebieten, Natur- und Landschaftsschutzgebieten, steilen Hanglagen, Natura-2000-Gebieten, Artenschutzbereichen.
- Verkehr, Infrastruktur, militärische Anlagen, Drehfunkfeuer zur Flugsicherung (hier Abstand mind. 3 km). Abstände zu Straßen 100 m oder 150 m.
- Abstand zu Siedlungen mind. 1 km, zu Einzelgehöften 600 m, zu Industrie- und Gewerbegebieten 600 m.
- Windgeschwindigkeit: mind. 5,75 m/s (Windhöffigkeit / Wirtschaftlichkeit).
- Mindestflächengröße: 10 ha, um WEA zu Windparks zu konzentrieren.
Quellen: u. a. www.lea-hessen.de

